Namibia Windhoek
Namibia 2002 Keetmanshoop - Mariental / Hardap Damm - Windhoek - Heimkehr



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Wir starteten zu unserer letzten Etappe - konnte das sein? Waren die vier Wochen schon fast vorbei? Waren wir nicht gestern erst gelandet?

Als wir am Morgen Richtung Windhoek aufbrachen, kamen wir an dem großen modernen Krankenhaus von Keetmanshoop vorbei. Auf riesigen Tafeln wurde vor Aids gewarnt und die Todesrate vom Vorjahr aufgeführt. Es stimmte einen schon nachdenklich! Leider ist Aids die am meisten verbreitete Krankheit in Namibia und bereits Kinder sterben daran. In der Bevölkerung wird das Thema Aids im wahrsten Sinne des Wortes totgeschwiegen. Bereits Kinder und Jugendliche sterben daran.

Entlang der B1 sahen wir immer wieder Grüppchen von Karakulschafen - kein Wunder, denn Keetmanshoop ist ein Zentrum der Schafzucht. Die Strecke war nicht besonders abwechslungsreich - alles war karg und kahl. Nur die Zäune der Farmen waren unser ständiger Begleiter am Wegesrand.
So kamen wir bald in Mariental mit der deutsch geprägten  Kleinstadtarchitektur und dem Hardapdamm, dem größten namibischen Staudamm an. Am Hardapdamm wird der Fishriver gestaut um die vielen Felder zu bewässern und die Leute mit Wasser zu versorgen. Man kann hier auch schön übernachten.
Wir kamen an Ebeneerde, einem Bahnhof vorbei und in Kalkrand, das lediglich ein paar Häuser mit Laden und einer Tankstelle hatte.
In Rehobot wurde es langsam wieder bergiger. Wir überquerten den Tropic of Capricorn (Wendekreis des Steinbocks). Rehobot gefiel uns nicht und so fuhren wir gleich wieder. Die Pad führte uns stetig bergan und bald hatten wir die 1.900m über dem Meer "geknackt". Wir waren jetzt in den Auas-Bergen und kurze Zeit später erreichten wir Windhoek im "Talkessel" - wir befanden uns noch immer auf ca. 1.700m Meereshöhe!

Aus unserem Portfolio-Übernachtungsguide hatten wir das Hotel Eros ausgesucht, weil es so heiß war und wir unbedingt einen Swimmingpool haben wollten. Das Hotel war schön, aber der Swimmingpool hatte gigantische Ausmasse: ca. 2x2m - etwas größer und etwas tiefer als eine Badewanne.

Am Abend fuhren wir noch einmal zu Joes Beerhouse und ließen es uns gutgehen.
Im Restaurant kamen wir mit einem Pärchen aus Südafrika ins Gespräch und plötzlich war unsere Welt eine andere. Irgendwo in diesen 4 Wochen hatten wir bei unserer Rechnung einen Tag verloren und wollten es zuerst gar nicht glauben. Die beiden brauchten einiges an Überzeugungskraft, damit wir ihren Worten glauben schenken konnten. Wir dachten wir hätten noch 3 Nächte, aber es waren nur noch 2! Wie konnte das nur passieren?

Wir mußten nun mit der Tatsache leben. Das Auto war am nächsten Morgen schnell abgegeben - mit leerem Tank, da wir es auch so erhalten hatten und nun waren wir für den restlichen Tag und den nächsten Morgen "Fußgänger". Die Fußgängerzone von Windhoek gehörte nun uns ;-). Wir stöberten in den vielen Läden und kauften noch das eine oder andere Souvenier ein. Da es bereits Anfang Dezember war, wir hier aber über 30°C hatten, war ein Weihnachtsbaum im Einkaufszentrum ein seltsamer Anblick für uns.

Die Zeit verging wie im Flug - und als am nächsten Nachmittag der Abholdienst von der Autovermietung Savanna nicht pünktlich eintraf, wurden wir nervös. Zum Glück erreichten wir Bertie Ham, den Besitzer von Savanna gleich telefonisch. Das war jetzt schon das zweite Mal, dass ihm ein Malheur passierte. Gleich zu Anfang war das Auto nicht vollgetankt und jetzt hatte man vergessen uns abzuholen. Ich beschloss mich nicht zu ärgern - zu schön war der Urlaub.

Wir kamen auf jeden Fall noch rechtzeitig zum Flughafen und so mussten wir leider schon Abschied nehmen von dem für uns schönsten und interessantesten Land :-(.


und hier können wir uns nur anschließen:

"Afrika ist mystisch, es ist ungezähmt, es ist ein Leuchten.
Es ist des Fotografen Paradies, des Jägers Walhalla, des Träumers Utopia.
Es ist alles was man sich vorstellen mag und widersteht doch allen Interpretationen.
Es ist der Überrest einer alten Welt und die Morgendämmerung einer neuen.
Für vielen Menschen, wie auch für mich, bedeutet es aber einfach 'Heimat'.
Es bedeutet all dies - nur eines nicht: - Es ist niemals eintönig."


Beryl Markham - West with the night, 1942
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im Kaufhaus von Windhoek
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Windhoek
©Andrea Böhm & Jochen Brett                  mailto: Andrea & Jochen                 www.fernweh-jochen-andrea.de